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Urologische Erkrankungen

Krebserkrankungen

Prostatakrebs

Prostatakrebs ist mit 23 Prozent die häufigste Krebserkrankung und mit 11 Prozent die dritthäufigste Krebstodesursache bei Männern in Deutschland. Er betrifft vorwiegend ältere Männer, in der Altersgruppe zwischen Anfang 50 und Mitte 70. In Deutschland gibt es ein gesetzliches Krebs­früh­er­kennungsprogramm, deren Angebote von Krankenkassen finanziert werden. Männer ab 45 Jahren haben die Möglichkeit, einmal jährlich ihre Prostata abtasten und ihr äußeres Genital untersuchen zu lassen.

Symptome

Beim Prostatakrebs gibt es im frühen Stadium keine typischen Symp­tome. Probleme beim Wasserlassen, die auf eine Veränderung der Prostata hindeuten, werden fast immer durch eine gutartige Ver­größe­rung der Prostata hervorgerufen, die nichts mit Krebs zu tun hat.

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Prostatakrebs löst typischerweise erst Beschwerden aus, wenn er weiter fortgeschritten ist. Dann kann auch Krebs zur Ursache von Problemen beim Wasserlassen werden, zum Beispiel durch verstärkten Harndrang oder einem schwächeren Harnstrahl. In einigen Fällen kann auch Blut im Urin oder in der Samenflüssigkeit auf Prostatakrebs hindeuten. Wenn der Krebs sehr weit fortgeschritten ist, kann er sich über den Blutkreislauf oder die Lymphbahnen in andere Körperregionen aus­brei­ten, wie beispielsweise in die Knochen, wodurch auch Knochen­schmerzen auftreten können.

Bisher sind die Ursachen für die Entstehung des Prostatakarzinoms und die den Verlauf beeinflussenden Faktoren im Wesentlichen unbekannt. Als Hauptrisikofaktor gilt jedoch das Alter. Eine Rolle spielen bei Entstehung und Verlauf auch die männlichen Geschlechtshormone (Testosterone), ohne die es nicht zur Entwicklung von Prostatakrebs käme.

Behandlung

Welche Behandlung für von Prostatakrebs betroffene Männer in Betracht kommt, hängt von zahlreichen Faktoren ab, zu denen unter anderem die Aggressivität, die Größe und das Stadium des Tumors zählen. Darüber hinaus spielen auch das Alter des Mannes und sein allgemeiner Gesundheitszustand eine Rolle bei der Wahl des Vor­ge­hens.

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Hoch-Risiko-Prostatakrebs
Bei fortgeschrittener Krebserkrankung (Hoch-Risiko-Prostatakrebs) wird die Prostata oft bestrahlt. Dies kann von außen (externe Strahlen­thera­pie) oder innen (interne Strahlentherapie, Brachytherapie) geschehen. Weitere Informationen hierzu finden Sie in den Merkblättern des Portals gesundheitsinformation.de:
Merkblatt "Externe Strahlentherapie"
Merkblatt „Brachytherapie“

Neben der Bestrahlung sind auch eine Operation, Hormontherapie und/oder Chemotherapie Behandlungsmöglichkeiten bei fort­ge­schrit­tenen Prostatakrebserkrankungen. Männer, die sich informieren möchten, finden auf dem Informations­portal des Krebs­informations­dienstes einen Überblick über die Möglichkeiten, Aus­sichten sowie die Folgen und Nebenwirkungen der einzelnen Behandlungen.

Vor der Wahl der für sie jeweils richtigen Behandlung sollten Patienten jedoch auch andere Verfahren kennen. Informationen aus dem Internet können die ärztliche Beratung daher nicht ersetzen, höchstens ergänzen.  


Niedrig-Risiko-Prostatakrebs

UltraschallgerätWatchful Waiting

Wenn das Karzinom klein und nicht aggressiv ist (Niedrig-Risiko-Prostatakrebs), kommen andere Behandlungsalternativen in Be­tracht. Da­bei han­delt es sich zum einen um die ärztliche Beo­bach­tung der Krebs­erkrankung („watchful waiting“). Solange der Krebs nicht wächst, sind hierbei keine therapeutischen Eingriffe erforderlich. Bei einer Veränderung des Tumors werden gegebenenfalls die dadurch auftretenden Beschwerden behandelt, der Tumor wird jedoch nicht bestrahlt oder operativ entfernt. Diese Strategie kommt vor allem für ältere Männer, die vielleicht noch andere Erkrankungen haben, infrage. Denn bei ihnen könnten die Risiken und Belastungen durch Operation oder Strahlentherapie schwerer wiegen als der mögliche Nutzen dieser Behandlungen.

Active Surveillance
Zum anderen kann beim Niedrig-Risiko-Prostata­krebs die aktive Überwachung („active surveillance“) infrage kommen. Auch bei dieser Strategie wird der Krebs zunächst nur beobachtet. Hintergrund ist, dass ein kleines, nicht aggressives Karzinom meist nur sehr langsam oder gar nicht wächst. In vielen Fällen zeigt sich auch Jahre nach der Erstdiagnose noch kein Fortschreiten der Erkrankung. Die Prostata wird in regelmäßigen Abständen kontrolliert. Nur falls der Tumor sich vergrößert, wird therapeutisch behandelt. Dieses Vorgehen kann den Vorteil haben, dass einem Mann die Nebenwirkungen einer Strahlentherapie oder einer Operation erspart bleiben, solange der Krebs keine Beschwerden verursacht und sich nicht verändert.

Grundsätzlich gibt es für Männer mit einem Niedrig-Risiko-Prostata­krebs keine von vornherein richtige oder falsche Therapie­entscheidung. Welche Behandlungsstrategie gewählt wird, ist neben den Faktoren Alter und allgemeinem Gesundheitszustand auch eine Frage der persönlichen Abwägung des Patienten: Für den einen ist es wichtiger, mögliche Nebenwirkungen wie Impotenz oder Inkontinenz zu vermeiden, der andere will so sicher wie möglich sein, dass der Krebs entfernt wurde und nimmt dafür mögliche Nebenwirkungen in Kauf.


Hodenkrebs

Hodenkrebs ist insgesamt eine eher seltene Krebsart, in der Altersgruppe der 25- bis 45-jährigen Männer jedoch die häufigste. In Deutschland werden jährlich etwa 4.100 Diag­nosen auf Hodenkrebs gestellt. Ein höheres Risiko daran zu erkranken, haben Männer, bei denen während ihrer vorgeburtlichen Entwicklung ein oder beide Hoden nicht die korrekte Lage im Hodensack einge­nom­men haben.

Symptome

Hodentumore haben kaum auffällige Krankheitszeichen und machen sich zunächst nur durch Schwellungen oder Knoten bemerkbar.

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Männer sollten regelmäßig beim Duschen oder in der Badewanne beide Hoden vorsichtig abtasten, um solche Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Solche Veränderungen sollten dann einer Ärztin oder einem Arzt vorgestellt werden, die bzw. der sodann weitergehende Unter­suchungen (zum Beispiel Ultraschalldiagnostik) vornehmen kann.

Behandlung

Die Behandlung des Hodenkrebses richtet sich in erster Linie nach seinem Entwicklungsstadium, d. h. nach der Größe des Tumors und danach, ob Absiedlungen (Metastasen, Tochtergeschwülste) vorhanden sind.

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Da der Krebs zumeist Männer im jüngeren und mittleren Lebensalter betrifft, wird vor der Behandlung zudem die Entnahme und Konservierung von Sperma besprochen, da einige Behand­lungs­methoden die Zeugungsfähigkeit einschränken können. Bei einem späteren Kinderwunsch kann das Sperma dann für eine künstliche Befruchtung verwendet werden. Für die Behandlung kommen die operative Entfernung des Tumors sowie Strahlen- oder Chemo­therapie infrage. Als neuere Maßnahme kann in bestimmten Fällen auch eine Knochenmarktransplantation das Mittel der Wahl sein.

Hodenkrebs ist in frühen Stadien gut zu behandeln, die Heilungs­aussichten liegen bei über 90 Prozent. Eine Früh­erkennung des Hoden­krebses ist abgesehen von der abtastenden Selbst­unter­suchung bislang nicht möglich.


Checkliste zur abtastenden Selbstuntersuchung

Mit dem Penis ist alles in Ordnung, wenn:

  • sich die Vorhaut leicht vor- und zurückschieben lässt
  • die Eichel glatt und rosig ist,
  • kein trüber Ausfluss zu sehen ist

Mit den Hoden ist alles in Ordnung, wenn:

  • auch ein Hoden etwas tiefer hängt oder etwas kleiner ist, als der andere
  • sie eiförmig sind
  • sie eine glatte Oberfläche haben
  • sie sich elastisch und fest anfühlen

Grundsätzlich gilt bei Penis und Hoden: Wenn Sich etwas grundsätzlich im Vergleich zu vorherigen Selbstuntersuchungen verändert hat, sollte man einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen.

Mehr zur abtastenden Selbstuntersuchung finden Sie in der Broschüre Wie gehts wie stehts? Wissenswertes für Jungen und Männer

Weitere Informationen finden Sie auch in der Reihe „Die blauen Ratgeber“ der Deutschen Krebshilfe:

Zusammenfassung

  • Prostatakrebs ist mit 23 Prozent die häufigste Krebs­er­kran­kung und mit 11 Prozent die dritthäufigste Krebstodes­ursache bei Männern in Deutschland
  • Bei Prostatakrebs gibt es im frühen Stadium keine typischen Symptome
  • Die Behandlung hängt vor allem von Aggressivität, Größe und Stadium des Tumors ab. Auch Alter des Mannes sowie der allgemeine Gesundheitszustand spielen eine Rolle
  • In der Altersgruppe der 25-45-jährigen Männer ist Hoden­krebs in Deutschland die häufigste Krebsart
  • Die Therapie bei Hodenkrebs richtet sich vor allem nach der Größe des Tumors, sowie nach dem Vorhandensein von Tochtergeschwülsten (Metastasen)
  • Hodenkrebs ist in frühen Stadien gut zu behandeln, die Heilungsaussichten liegen bei über 90 Prozent

 

Letzte Aktualisierung: März 2018


Männliche Sexualität bei Krebs

Was bedeutet eine Krebserkrankung für die männliche Sexualität? Auf diese Frage geht André Karger, Oberarzt und Leiter des Bereichs Psychoonkologie am Universitätstumorzentrum Düsseldorf, mit seinem Vortrag auf dem 4. Männerkongress am 16. und 17. September 2016 in Düsseldorf ein.