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Aktuelle Meldungen

Fitness-Content mit Nebenwirkungen

Wenn junge Männer in sozialen Medien kurze Videos zu Krafttraining und unterstützenden Nahrungsergänzungsmitteln anschauen, hinterfragen sie häufig ihren eigenen Körper und ihr Fitnessniveau. Gleichzeitig wächst das Interesse an Produkten, die einen schnellen Muskelaufbau versprechen. Das hat eine australische Studie ergeben, an der etwa 280 Männer im Alter von 17 bis 30 Jahren teilgenommen hatten.

Laut den Forschenden wird Männern in den sozialen Medien wie TikTok häufig ein stark muskulöses Körperideal vermittelt. Der ständige Vergleich mit Fitness-Influencern könne der Psyche schaden und das Risiko für übermäßiges Training sowie die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln steigern. Ein Beispiel dafür sei Kreatin, das die Wirkung von Krafttraining auf die Muskelkraft verbessern soll.

Für die Online-Studie zeigten Forschende der Flinders University den Teilnehmenden dreiminütige TikTok-Videos – entweder mit Tipps zum Krafttraining, Werbung für muskelaufbauende Nahrungsergänzungsmittel oder allgemeinen Reise-Inhalten. Vor und nach dem Anschauen bewerteten die Männer ihre Zufriedenheit mit Körper, Fitness und Ernährung sowie ihre Bereitschaft zur Einnahme einer Nahrungsergänzung.

Teilnehmer, die kurze Fitnessclips oder Werbung für Nahrungsergänzungsmittel gesehen hatten, waren anschließend weniger zufrieden mit ihrer Fitness und Ernährung als die Kontrollgruppe. Zugleich nahm das Interesse an Kreatin-Präparaten zu, wobei Fitnessvideos sogar stärker als reine Werbung wirkten. Vermutlich vermitteln solche Inhalte Männern stärker das Gefühl, dass sie zusätzliche Produkte benötigen, um mithalten zu können. Besonders ausgeprägt waren diese Effekte bei Männern, die stark nach mehr Muskelmasse strebten, mit ihrer Ernährung unzufrieden waren oder ein ausgeprägtes Interesse an leistungssteigernden Produkten hatten. 

„Die idealisierten Fitnessinhalte auf TikTok inspirieren nicht nur zum Sport, sondern können auch die Zufriedenheit mit der eigenen Fitness beeinträchtigen und die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln fördern“, resümiert Psychologin Dr. Nepheli Beos. Gewagte These der Forschenden: Bereits wenige Minuten könnten ausreichen, um die innere Haltung zu verändern. Nach Ansicht der Forschenden brauchen insbesondere junge Menschen mehr Unterstützung beim Aufbau von Medienkompetenz, um Inhalte auf TikTok und Co. kritisch einordnen zu können. Künftige Studien sollen weitere Faktoren wie die reale Bildschirmzeit berücksichtigen.

Zitiert nach einer Pressemitteilung des Bundeszentrums für Ernährung vom 20.05.2026.