
Anzeichen eines Testosteronmangels
Ein Testosteronmangel zeigt sich meist nicht durch ein einzelnes, eindeutiges Symptom. Die Beschwerden entwickeln sich oft schleichend und können verschiedene Bereiche des Körpers und der Psyche betreffen.
Testosteron spielt eine zentrale Rolle für Muskelaufbau, Knochenstabilität, Fettverteilung und Blutbildung. Sinkt der Testosteronspiegel, können sich unter anderem folgende körperliche Veränderungen zeigen:
- Abnahme der Muskelkraft und Muskelmasse
Alltägliche körperliche Belastungen fallen schwerer, die Leistungsfähigkeit nimmt ab. - Zunahme von Körperfett, insbesondere am Bauch
Trotz unveränderter Ernährung oder Aktivität steigt das Gewicht, vor allem im Bauchbereich. - Schnelle Erschöpfbarkeit und verminderte Belastbarkeit
Schon geringe körperliche oder mentale Anstrengungen führen zu Müdigkeit. - Verringerte Knochendichte
Langfristig kann ein Testosteronmangel die Knochen schwächen (Osteopenie oder Osteoporose) und das Risiko für Knochenbrüche erhöhen. - Blutarmut (Anämie)
Testosteron fördert die Bildung roter Blutkörperchen. Ein Mangel kann zu niedrigen Hämoglobinwerten beitragen, was sich durch Müdigkeit oder Luftnot bei Belastung äußern kann.
Veränderungen der Sexualfunktion gehören zu den häufigsten Gründen, warum Männer ärztlichen Rat suchen. Typisch sind:
- Nachlassendes sexuelles Verlangen (Libidoverlust)
Dies gilt als eines der frühesten und aussagekräftigsten Zeichen eines Testosteronmangels. - Erektionsstörungen
Diese können auftreten, sind aber nicht immer direkt hormonell bedingt. Erektionsprobleme können auch auf Durchblutungsstörungen, Diabetes oder psychische Belastungen hinweisen. - Abnahme der sexuellen Aktivität und Zufriedenheit
Wichtig: Eine Erektionsstörung ohne Libidoverlust spricht nicht automatisch für einen Testosteronmangel und sollte immer ganzheitlich, besonders mit Blick auf Herzerkrankungen, abgeklärt werden
Testosteron beeinflusst auch das zentrale Nervensystem. Ein Mangel kann sich daher auf Stimmung, Motivation und geistige Leistungsfähigkeit auswirken:
- Antriebslosigkeit und verminderte Motivation
- Gedrückte Stimmung oder depressive Verstimmung
- Reizbarkeit oder emotionale Instabilität
- Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
- Gefühl mentaler Erschöpfung oder „innerer Leere“
Viele Männer beschreiben, dass sie sich „nicht mehr wie früher“ fühlen, ohne dies genau benennen zu können. Solche Veränderungen werden häufig als normale Alterserscheinung abgetan, können aber auch Ausdruck eines behandelbaren Hormonmangels sein.
Gut zu wissen
Viele der Anzeichen sind unspezifisch und können auch andere Ursachen haben, zum Beispiel
- Stress,
- Schlafstörungen,
- Depressionen,
- Schilddrüsenerkrankungen,
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder
- Nebenwirkungen von Medikamenten.
Veränderungen sollten daher ernst genommen, aber nicht vorschnell gedeutet werden. Wenn Sie unsicher sind, ob ein Testosteronmangel bei Ihnen vorliegen könnte, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wie wird ein Testosteronmangel festgestellt?
Die Abklärung, ob ein Testosteronmangel vorliegt, erfolgt in mehreren Schritten und sollte ärztlich begleitet werden:
- Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt
Dabei werden Beschwerden, Lebensstil, Vorerkrankungen und Medikamente besprochen. - Blutuntersuchung
Testosteron wird im Blut gemessen, idealerweise morgens. Wichtig ist, dass die Messung bei auffälligen Werten wiederholt wird, da der Testosteronspiegel schwanken kann. - Einordnung der Ergebnisse
Erst das Zusammenspiel aus Beschwerden und wiederholt erniedrigten Testosteronwerten erlaubt die Diagnose eines Testosteronmangels. Gegebenenfalls sind weitere Untersuchungen sinnvoll, um die Ursache einzugrenzen.
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Tipps zum Weiterlesen
- Stiftung Männergesundheit: Wissensreihe Männergesundheit - Testosteronmangel
- Gesundheitsinformation.de: Testosteron
- Pro familia Bundesverband: Broschüre Wenn Sexualität sich verändert
Letzte Aktualisierung: Juni 2026