
Missbrauch von Testosteron
Manche Männer erwägen eine eigenständige Einnahme von Testosteron, etwa bei Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder verminderter Leistungsfähigkeit. Eine solche Selbstmedikation ist jedoch nicht empfehlenswert und birgt Risiken. Die Beschwerden können viele Ursachen haben, zum Beispiel Stress, Schlafmangel, Depressionen oder andere hormonelle Störungen. Eine Selbstmedikation kann diese Probleme verschleiern oder sogar verschlimmern.
Wenn Sie Veränderungen bei sich bemerken, ist es wichtig, das Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt zu suchen. So lassen sich die Ursachen klären und – falls notwendig – eine passende Behandlung einleiten. Auf diese Weise können Sie unnötige Risiken und langfristige Gesundheitsschäden vermeiden.
Was ist Doping oder illegaler Testosterongebrauch?
Im Zusammenhang mit Testosteron tauchen häufig Begriffe wie „Doping“, „Anabolika“ oder „Testo-Kuren“ auf. Wichtig ist, klar zwischen einer ärztlich verordneten Testosterontherapie und dem illegalen oder unkontrollierten Gebrauch von Hormonen zu unterscheiden. Beide unterscheiden sich deutlich in Zielen, Anwendung und Risiken.
Von Doping oder illegaler Anwendung spricht man, wenn Testosteron oder verwandte Substanzen:
- ohne ärztliche Diagnose und Verordnung eingenommen werden,
- in zu hohen, nicht medizinisch begründeten Dosierungen verwendet werden,
- aus unsicheren Quellen stammen (z. B. Internet, Schwarzmarkt, Fitnessstudio),
- zur Leistungssteigerung oder zum Muskelaufbau missbraucht werden.
Solche Präparate enthalten häufig nicht die angegebenen Wirkstoffe oder sind verunreinigt. Die Dosierungen liegen oft deutlich über dem medizinisch sinnvollen Bereich. Das kann das Risiko für Nebenwirkungen oder gesundheitliche Schäden deutlich erhöhen.
Welche Risiken bestehen bei illegalem Gebrauch von Testosteron?
Der unkontrollierte Einsatz von Testosteron oder anabolen Steroiden kann erhebliche gesundheitliche Folgen haben. Dazu zählen unter anderem:
- Unterdrückung der körpereigenen Testosteronproduktion: Der Körper stellt die eigene Hormonbildung ein. Nach dem Absetzen kann es zu einem ausgeprägten Hormonmangel kommen.
- Unfruchtbarkeit: Zusätzliches Testosteron von außen hemmt die Spermienproduktion. Dies kann auch langfristig oder dauerhaft sein.
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Hohe Dosierungen erhöhen das Risiko für Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt und Schlaganfall.
- Veränderungen des Blutbildes: Ein starker Anstieg der roten Blutkörperchen kann die Fließeigenschaften des Blutes verschlechtern.
- Psychische Veränderungen: Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, depressive Verstimmungen oder Aggressivität können auftreten.
- Leber- und Stoffwechselprobleme, insbesondere bei nicht zugelassenen oralen Präparaten.
Testosteron richtig anwenden
Eine ärztlich begleitete Testosterontherapie verfolgt kein leistungssteigerndes Ziel, sondern dient dem Ausgleich eines nachgewiesenen Mangels. Kennzeichnend sind:
- klare medizinische Indikation
- Dosierung entspricht dem normalen Bedarf
- zugelassene Arzneimittel
- regelmäßige Kontrollen von Blutwerten und Gesundheit
- Abwägung von Nutzen und Risiken
Studien zeigen, dass eine solche Therapie bei geeigneten Patienten wirksam und sicher sein kann, wenn sie leitliniengerecht durchgeführt wird.
Zitzmann, M., Soave, A., & Bier, S. (2026). Functional testosterone deficiency in aging men: Clinical impact, diagnostic pathways, and treatment strategies. Maturitas, 207(108870). https://doi.org/10.1016/j.maturitas.2026.108870
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Letzte Aktualisierung: Juni 2026