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Aktuelle Meldungen

885.000 Betroffene pro Jahr – neue Daten aus dem RKI-Panel zu Unfällen am Arbeitsplatz

Innerhalb von zwölf Monaten hatten 2,4 % der erwerbstätigen Personen einen Unfall am Arbeitsplatz berichtet, hochgerechnet sind das etwa 885.000 Betroffene pro Jahr. Frauen (1,5 %) sind seltener von Unfällen am Arbeitsplatz betroffen als Männer (3,2 %). Besonders jüngere Männer und Männer mit niedriger Bildung sind häufiger von Unfällen am Arbeitsplatz betroffen. Das sind neue Ergebnisse aus dem RKI-Panel, über die RKI-Forschende im Journal of Health Monitoring berichten. Arbeit und Gesundheit ist dieses Jahr auch eines der beiden Schwerpunktthemen im Journal of Health Monitoring.

Bei Unfallgeschehen ist das junge Alter aufgrund der geringeren Berufserfahrung ein eigenständiger Risikofaktor. Sozioökonomisch schlechter gestellte Erwerbstätige tragen ebenfalls ein höheres Risiko am Arbeitsplatz, da zum Beispiel eine niedrige Bildung überdurchschnittlich häufig in unfallträchtigeren Berufen und Tätigkeiten mündet.

Auf Basis amtlicher Statistiken lässt sich das Unfallgeschehen nur teilweise beschreiben. Unfälle am Arbeitsplatz sind erst meldepflichtig, wenn sie zu einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen oder zum Tod führen. Leichtere Unfälle am Arbeitsplatz werden daher in den Meldedaten nicht erfasst (müssen aber betriebsintern dokumentiert werden). Befragungsdaten sind daher eine wichtige Ergänzung, um bevölkerungsbezogene Prävalenzen nichttödlicher Unfälle am Arbeitsplatz zu ermitteln und soziodemografische Unterschiede zu beschreiben. Gefragt wurde im Panel nach dem letzten Unfall.

Bevölkerungsbefragungen können daher, so die Schlussfolgerungen der Forschenden, „wichtige Ansatzpunkte für die Unfallprävention aufzeigen. Die Vermeidung von Unfällen am Arbeitsplatz sollte v.a. in Berufen ansetzen, die häufig von jüngeren Männern oder von sozioökonomisch schlechter gestellten Personen ausgeübt werden, z.B. in manuellen und einfachen Dienstleistungsberufen“.

Mit der großen Panel-Studie „Gesundheit in Deutschland“ erhebt das Robert Koch-Institut seit 2024 regelmäßig aktuelle Daten zur Gesundheit und kann auch in einer Krise oder bei kurzfristigen Fragestellungen sehr schnell Antworten erhalten. Aktuell sind rund 40.000 Panel-Teilnehmende registriert. Mitte August 2026 hat die Rekrutierung für die erste Auffrischungsstichprobe begonnen, dabei werden bundesweit 50.000 bis 60.000 Menschen angeschrieben und zur Teilnahme eingeladen. Ziel ist es, etwa 10.000 neue Teilnehmende für das Panel zu gewinnen.

Zitiert nach einer Meldung des Robert Koch-Instituts vom 23.09.2026.