
Testosteron und Testosteronmangel
Testosteron beeinflusst viele Bereiche der Gesundheit – von Energie und Stimmung bis hin zu Muskelkraft und Stoffwechsel. Veränderungen des Hormonspiegels können sich daher auf ganz unterschiedliche Weise bemerkbar machen.
Inhaltsverzeichnis
Welche Rolle spielt Testosteron im Körper?
Testosteron ist das wichtigste männliche Geschlechtshormon. Es wird überwiegend in den Hoden gebildet und wirkt im gesamten Körper. Viele Menschen verbinden Testosteron vor allem mit Sexualität oder Zeugungsfähigkeit. Tatsächlich geht seine Bedeutung jedoch weit darüber hinaus. Testosteron beeinflusst unter anderem Muskelkraft, Knochenstabilität, Blutbildung, Fettverteilung, Stoffwechsel, Stimmung, geistige Leistungsfähigkeit und das allgemeine Energieempfinden. Es trägt somit wesentlich zur körperlichen und psychischen Gesundheit von Männern in allen Lebensphasen bei.
Was ist ein Testosteronmangel?
Ein Testosteronmangel (Hypogonadismus) liegt vor, wenn der Körper dauerhaft zu wenig Testosteron bildet und in der Folge Beschwerden auftreten. Wichtig ist dabei: Ein niedriger Laborwert allein reicht nicht aus. Erst wenn niedrige Testosteronwerte und typische Beschwerden wie Erschöpfung, Libidoverlust oder körperlicher Leistungsabfall zusammen auftreten, spricht man von einem behandlungsbedürftigen Testosteronmangel. Etwa jeder fünfte Mann über 50 Jahre hat erniedrigte Testosteronwerte. Dabei spielt vor allem der allgemeine Gesundheitszustand eine Rolle – nicht das Alter allein: Übergewicht, Bewegungsmangel, Typ-2-Diabetes oder chronische Entzündungen beeinflussen den Testosteronspiegel maßgeblich.
Gibt es „Wechseljahre beim Mann“?
Kurz gesagt: Nein. Wechseljahre beim Mann oder eine „Andropause“ gibt es so nicht. Anders als bei Frauen kommt es beim Mann nicht zu einem plötzlichen hormonellen Umbruch. Der Testosteronspiegel sinkt nicht automatisch mit dem Alter. Viele Männer haben auch im höheren Lebensalter normale Werte. Wenn der Spiegel sinkt, liegt das meist an Erkrankungen oder am Lebensstil. Übergewicht oder Bewegungsmangel können die Testosteronproduktion zum Beispiel reduzieren. Die gute Nachricht ist: In den meisten Fällen lässt sich ein solcher Testosteronmangel durch Veränderungen des Lebensstils wieder verbessern.
Zitzmann, M., Soave, A., & Bier, S. (2026). Functional testosterone deficiency in aging men: Clinical impact, diagnostic pathways, and treatment strategies. Maturitas, 207(108870). https://doi.org/10.1016/j.maturitas.2026.108870
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Tipps zum Weiterlesen
- Stiftung Männergesundheit: Wissensreihe Männergesundheit - Testosteronmangel
- Gesundheitsinformation.de: Testosteron
- Pro familia Bundesverband: Broschüre Wenn Sexualität sich verändert
Letzte Aktualisierung: Juni 2026