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Medikamente

Medikamentenmissbrauch am Arbeitsplatz

Neuesten Umfragen zufolge fühlen sich immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gestresst. In einer Zeit, in der neben Ausdauer, Auf­fassungs­gabe und Erinnerungs­vermögen auch Kreativität und Stress­resistenz gefragt sind, scheint die Akzeptanz erhöht, mit „Pillen“ diesem Leistungsanspruch näher zu kommen. Zumindest vermitteln dies oftmals die Medien. Allerdings nehmen laut Studien nur etwa 1,5 Pro­zent der Be­schäftigten regelmäßig Medikamente ein, um kognitive Fähig­keiten wie Denken, Merken, Lernen, Aufmerk­samkeit, Kreativität und geistige Anpassungs­fähigkeit einer­seits als auch ihr psychisches Wohl­befinden anderer­seits zu verbessern. Auch eine Studie unter Studierenden zeigt, dass es keine flächen­deckende Verbreitung der missbräuchlichen Einnahme von Medikamenten zur Steigerung der geistigen Leistungs­fähigkeit gibt.

 

Pharmakologisches Neuroenhancement

Hirndoping (pharmakologischen Neuroenhancement oder auch cognitive enhancement) bezeichnet den Gebrauch von psychoaktiven Substanzen durch Gesunde. Erkrankungen, die die Einnahme solcher Medikamente erfordern würden (z.B. Narkolepsie / „Schlaffallsucht“), liegen dement­sprechend nicht vor. Diejenigen, die solche Mittel einnehmen, verbinden damit den Wunsch, die Verbesserung geistiger Leistungs­fähigkeit wie bei­spielsweise Kreativität, Auffassungs­gabe und Erinnerungsvermögen zu erhöhen. Allerdings halten die Medikamente nicht das, was ihnen nach­ge­sagt wird. Insbesondere bei gesunden Menschen ist eine Wirkung der Leistungs­steigerung in der Regel nicht vorhanden. Bei Müdigkeit übertreffen die Medikamente kaum die Wirkung von Kaffee.

Zusammenfassend lässt sich jedoch sagen, dass der Mangel an nach­weisbaren Effekten dieser „cognitive enhancern“ in keiner Relation zu den potenziellen unerwünschten Nebenwirkungen stehen. Daten zur lang­fristigen Sicher­heit liegen nicht vor. Schon allein vor diesem Hinter­grund sollte man von der nicht medizinisch notwendigen Einnahme verschreibungs­pflichtiger Substanzen zum Neuro­enhancement absehen.

 

Letzte Aktualisierung: März 2018