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Medikamente

Glossar

Hier finden Sie wichtige Begriffe, Definitionen und Erklärungen. Das Wörterverzeichnis soll Ihnen helfen, Informationen und Zusammenhänge besser zu verstehen. Die Quelle für das Glossar ist die Suchtmedizinische Reihe: Band 5 Medikamentenabhängigkeit herausgegeben von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) Mai 2013.

Niedrigdosisabhängigkeit

Bei den Benzodiazepinen gibt es den Sonderfall der Abhängigkeit, der nicht durch Dosissteigerungen gekennzeichnet ist, sondern bereits in therapeutischen Dosen auftreten kann, wenn das benzodiazepinhaltige Mittel (Tranquilizer, Hypnotikum, Muskelrelaxans) über längere Zeit angewendet wird. Bei Absetzversuchen treten Entzugssymptome auf, die Anzeichen einer schon bestehenden Abhängigkeit sind. Die Definitionen der ICD-10 lassen sich auf diese „Low Dose Dependency“ nur bedingt anwenden.

Quelle: Auszug aus Bd. 5 „Medikamentenabhängigkeit“ der Suchtmedizinischen Reihe der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen

Non-Benzodiazepine

s. Z-Drugs

Quelle: Auszug aus Bd. 5 „Medikamentenabhängigkeit“ der Suchtmedizinischen Reihe der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen

Nozizeptoren, Nozirezeptoren

Darunter versteht man spezifisch erregbare Rezeptoren, die für das Entstehen von Empfindungen (v.a. Schmerz) verantwortlich sind.

Quelle: Auszug aus Bd. 5 „Medikamentenabhängigkeit“ der Suchtmedizinischen Reihe der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen

Opiate, Opioide

s. Analgetika

Quelle: Auszug aus Bd. 5 „Medikamentenabhängigkeit“ der Suchtmedizinischen Reihe der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen

Opioidrezeptoren

Vorwiegend im Zentralen Nervensystem aber auch in der Peripherie verteilte, in verschiedenen Formen auftretende Rezeptoren, die die Wirkung von Opioiden vermitteln.

Quelle: Auszug aus Bd. 5 „Medikamentenabhängigkeit“ der Suchtmedizinischen Reihe der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen

Paradoxe Reaktion

Paradoxe Reaktion bezeichnet in der Medizin die Reaktion des Körpers auf einen Wirkstoff, die das Gegenteil des beabsichtigten Effekts bewirkt. Beispiele sind etwa das Auftreten von Schlaflosigkeit nach der Einnahme eines Schlafmittels oder von vermehrter Angst nach der Gabe eines angstlösenden Medikaments.

Quelle: Auszug aus Bd. 5 „Medikamentenabhängigkeit“ der Suchtmedizinischen Reihe der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen

Pharmakovigilanz

Pharmakovigilanz bezeichnet die Überwachung von Arzneimitteln nach der Zulassung, vor allem im Hinblick auf unerwünschte Ereignisse. Arzneimittel stehen nach ihrer Zulassung und Markteinführung einem breiten Patientenkollektiv zur Verfügung. Nebenwirkungen, die zuvor im Rahmen der klinischen Studien nicht erkannt worden sind, können dabei auftreten und müssen gesammelt und bewertet werden, damit - falls erforderlich - Maßnahmen zur Risikominimierung durchgeführt werden können.

Quelle: Auszug aus Bd. 5 „Medikamentenabhängigkeit“ der Suchtmedizinischen Reihe der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen

Polytoxikomanie

Viele Patientinnen und Patienten sind nicht von einer Substanz abhängig, sondern konsumieren unterschiedliche Mittel mit Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial (z. B. Benzodiazepine und Alkohol nebeneinander), um die Euphorie zu steigern und Entzugserscheinungen zu mildern. Dadurch kommt es zu Störungen durch einen multiplen Substanzgebrauch, eben durch eine Polytoxikomanie (ICD-10 (F 19)).

Quelle: Auszug aus Bd. 5 „Medikamentenabhängigkeit“ der Suchtmedizinischen Reihe der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen

Privatrezept

Privatrezept ist eine von einem Arzt ausgestellte Verordnung für Arzneimittel oder andere Leistungen, deren Kosten nicht von der Gesetzlichen Krankenkasse, sondern vom Patienten und der Patientin selbst entrichtet oder von einer privaten Krankenkasse übernommen werden.

Quelle: Auszug aus Bd. 5 „Medikamentenabhängigkeit“ der Suchtmedizinischen Reihe der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen

Psychopharmaka

Psychopharmaka sind Substanzen, die das zentrale und vegetative Nervensystem beeinflussen und somit auf die Psyche des Menschen charakteristisch einwirken. Sie finden ihre therapeutische Bedeutung vorwiegend in der Behandlung von psychischen Störungen und neurologischen Krankheiten.
Psychopharmaka können eingeteilt werden in:

  • Neuroleptika
  • Antidepressiva
  • Tranquilizer, Anxiolytika
  • Psychostimulanzien
Quelle: Auszug aus Bd. 5 „Medikamentenabhängigkeit“ der Suchtmedizinischen Reihe der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen

Psychosen

Darunter werden Gemüts- und Geisteskrankheiten verstanden, die zu einem Strukturwandel des gesamten Lebens führen. Die Betroffenen sind in ihrer Persönlichkeitsstruktur weitgehend verändert. Psychosen treten vielfach in Phasen oder Schüben auf; eine Abgrenzung zu anderen psychischen Störungen kann nur über ihre Symptomatik, oft aber nur durch ihren Verlauf stattfinden. Von einer Phase spricht man, wenn es an ihrem Ende wieder zu einer völligen Genesung der betroffenen Person kommt, von einem Schub, wenn danach noch Krankheitsreste bestehen bleiben.

Quelle: Auszug aus Bd. 5 „Medikamentenabhängigkeit“ der Suchtmedizinischen Reihe der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen

Psychostimulanzien

Psychostimulanzien in der Literatur auch als Psychotonika und Psychoanaleptika bezeichnet, steigern die psychische Aktivität. Gefühle von Müdigkeit und Abgespanntheit sollen beseitigt und die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit gesteigert werden. Insbesondere bei höherer Dosierung besteht aufgrund der schlafverhindernden Wirkung die Gefahr eines Schlafdefizits und einer daraus folgenden absoluten Erschöpfung. Es kann auch zur Gewöhnung und Abhängigkeit kommen.

Quelle: Auszug aus Bd. 5 „Medikamentenabhängigkeit“ der Suchtmedizinischen Reihe der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen

Punktprävalenz

Darunter versteht man die Anzahl vorhandener Fälle in einer bestimmten Population zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Quelle: Auszug aus Bd. 5 „Medikamentenabhängigkeit“ der Suchtmedizinischen Reihe der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen

Retardform

Eine Arzneiform, die aufgrund ihrer technologischen Herstellung den Wirkstoff verlangsamt bzw. verzögert freigibt. Dieses wird zum Beispiel durch Umhüllung des Arzneistoffs mit schwerlöslichen Überzügen, durch Einbettung des Arzneistoffs in Fette und Wachse oder durch Einsatz osmotischer Systeme erreicht. Diese Arzneiform kommt dann therapeutisch zum Einsatz, wenn eine anhaltende Wirkung erreicht werden soll. Retardierte Arzneistoffe können durch die gleichmäßige Freisetzung des Wirkstoffs nicht nur das Nebenwirkungspotenzial vermindern, indem auch plötzlich hohe Konzentrationen von Wirkstoffen im Blut (sog. Plasmaspitzen) verhindert werden. Sie erhöhen auch die Gewährleistung einer regelmäßigeren Einnahme (eine Tablette statt zwei und mehr).

Quelle: Auszug aus Bd. 5 „Medikamentenabhängigkeit“ der Suchtmedizinischen Reihe der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen

Rhinologika

Rhinologika umgangssprachlich auch als „Schnupfenmittel“ bezeichnet. Damit sind Arzneimittel gemeint, die zur symptomatischen Therapie von Erkrankungen der Nase und der Nasennebenhöhlen eingesetzt werden. Meist findet eine lokale Anwendung in Form von Sprays, Tropfen, Gelen oder Salben statt.

Quelle: Auszug aus Bd. 5 „Medikamentenabhängigkeit“ der Suchtmedizinischen Reihe der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen

Schlafstörungen

Diese können entweder in Einschlaf- oder Durchschlafstörungen unterteilt werden:  

  1. Einschlafstörungen können primär (Erkrankungen des Schlafzentrums) oder durch sekundäre Störungen (u.a. Licht, Lärm, innere Unruhe, Angst) verursacht werden.
  2. Durchschlafstörungen, also ein vorzeitiges Wiederaufwachen, sind besonders häufig im Alter (sog. „Greisenschlaf“) oder bei Fieber.
Quelle: Auszug aus Bd. 5 „Medikamentenabhängigkeit“ der Suchtmedizinischen Reihe der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen

Schmerz

Schmerz ist eines der häufigsten Symptome einer Krankheit oder Gewebeschädigung und übt eine nützliche Warn- und Schutzfunktion aus. Durch mechanische, thermische, chemische oder elektrische Einwirkungen von außen oder durch innere krankhafte Prozesse kommt es zu einer Veränderung und bzw. oder Zerstörung von Zellen. Dieses hat zur Folge, dass im Körper Schmerzstoffe wie Wasserstoff- und Kalium-Ionen, Histamin, Acetylcholin oder Prostaglandine freigesetzt werden, die die Nozizeptoren sensibilisieren und bzw. oder erregen. Chronischer Schmerz hat seine Eigenschaft als Warn- und Schutzfunktion verloren und wird heute als eigenständiges Krankheitsbild gesehen und behandelt.

Quelle: Auszug aus Bd. 5 „Medikamentenabhängigkeit“ der Suchtmedizinischen Reihe der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen

Sympathikus

Teil des vegetativen Nervensystems, der die nach außen gerichtete Handlungsbereitschaft erhöht.

Quelle: Auszug aus Bd. 5 „Medikamentenabhängigkeit“ der Suchtmedizinischen Reihe der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen

Sympathomimetika

Substanzen, die stimulierend auf den Sympathikus wirken. Dadurch wird eine Erhöhung des Blutdruckes und der Herzfrequenz, eine Erweiterung der Atemwege, eine allgemeine Leistungssteigerung und ein erhöhter Energieverbrauch bewirkt. Euphorie und eine Hemmung des Hungerzentrums im Zwischenhirn, und somit eine Verminderung des Appetits sind weitere Folgen.

Quelle: Auszug aus Bd. 5 „Medikamentenabhängigkeit“ der Suchtmedizinischen Reihe der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen

Tranquilizer

Tranquilizer sind Substanzen, die ohne einen antipsychotischen Effekt zu besitzen, beruhigend wirken, übermäßige Spannungen und Angst beseitigen und einen Zustand der Ausgeglichenheit hervorrufen. Daneben weisen die meisten dieser Substanzen noch eine schlafanstoßende, antikonvulsive und muskelrelaxierende Wirkung auf. Denkvermögen und Leistungsfähigkeit hingegen werden von Tranquilizern relativ wenig beeinflusst. In der Literatur findet man ferner die Begriffe Tranquillantien, Anxiolytika und Ataraktika.

Quelle: Auszug aus Bd. 5 „Medikamentenabhängigkeit“ der Suchtmedizinischen Reihe der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen
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