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Erkennen von Darmkrebs

Ab einem Alter von 50 Jahren haben Sie Anspruch auf die Teilnahme an Untersuchungen zur Früherkennung von Darmkrebs. Dabei übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) folgende 2 Untersuchungen:

Es gibt noch weitere Methoden zur Darmkrebs-Früherkennung. Die Kosten für diese Methoden werden allerdings in der Regel nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Es handelt sich dabei um sogenannte individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL).


Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung

Erkennen von Darmkrebs

Ab 50 bis 54 Jahre:

Jährlicher Test auf verborgenes Blut im Stuhl

Ab 55 Jahren:

Zwei Große Darmspiegelungen im Abstand von mindestens 10 Jahren

Oder:
Alle zwei Jahre einen Test auf verborgenes Blut im Stuhl

Falls Sie Beschwerden haben, wird eine Darmspiegelung jederzeit von ihrer gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.

Zusammenfassung

  • Ab einem Alter von 50 Jahren haben Sie einen gesetzlichen An­spruch auf Untersuchungen zur Früherkennung von Darmkrebs   
  • Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) übernimmt die Kosten für den Test auf Blut im Stuhl und die große Darmspiegelung
  • Bei Beschwerden übernimmt die GKV immer die Kosten für eine Darmspiegelung


Test auf verborgenes Blut im Stuhl

Ziel

Blut im Stuhl kann ein Anzeichen für Darmkrebs sein. In frühen Stadien von Darmkrebs sind diese Blutspuren meist so gering, dass sie mit dem bloßen Auge nicht erkennbar sind und somit verborgen bleiben. Das Ziel des Stuhltests ist es, dieses verborgene (okkulte) Blut nachzuweisen. Der Test wird oft auch Okkultbluttest genannt. Seit dem 1. April 2017 haben Sie Anspruch auf einen immunlogischen Okkultbluttest (iFOBT). Dieser Test hat den vorherigen chemischen Okkultbluttest (gFOBT) abgelöst. Bei dem iFOBT handelt es sich um einen empfindlicheren Test zum Nachweis von Blut im Stuhl und daher wird davon ausgegangen, dass der Nutzen des iFOBT mindestens genauso groß aber wahrscheinlich größer ist, als der vom gFOBT.

Ablauf

Für den Stuhltest erhalten Sie ein Stuhlproben-Entnahme­set. Bereits vor dem Stuhltest sind einige Dinge bei der Durch­führung und zum Ablauf den Stuhl­tests zu beachten.

Vorbereitung

Es ist keine Vorbereitung, wie beispielsweise die Einhaltung einer Diät, notwendig.

 

Durchführung

Da die Vorgehensweisen der Durchführung der verschiedenen Tests voneinander abweichen, soll­ten Sie die dem Stuhl­test beigefügte Anleitung genau lesen und befolgen. Generell ist es aber so, dass Sie die entnommene Probe möglichst direkt am nächsten Tag zu Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt bringen sollten und dort dann nach einigen Tagen die Testergebnisse erhalten können.

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Ergebnisse

Der immunologische Test auf verborgenes Blut im Stuhl (iFOBT) weist nur menschliches Blut nach und ist deshalb weniger störanfällig als der ältere chemische Stuhltest (gFOBT). ist nicht sehr empfindlich (sensitiv). Es sind nur Tests zugelassen, die bei 100 Personen ohne Darmkrebs, bei weniger als 10 dieser 100 Personen anschlagen und damit fälschlicherweise Darmkrebs anzeigen. Weiterhin sind nur Tests zugelassen, die bei 100 Personen mit Darmkrebs, bei mindestens 25 dieser 100 Personen anschlagen und damit richtigerweise Darmkrebs anzeigen.

Weiteres Vorgehen nach einem positiven Testergebnis

Ein positiver Stuhltest gibt einen Hinweis darauf, dass Darmkrebs vorliegen könnte. Ein positives Testergebnis kann aber auch harmlosere Ursachen haben, wie zum Beispiel Hämorrhoiden.

Zur Abklärung des positiven Stuhltests erfolgt eine Große Darmspiegelung.

 

Weiteres Vorgehen nach einem negativen Testergebnis

Nach einem negativen Testergebnis erfolgen keine weiteren Untersuchungen.

Wenn Sie jünger als 55 Jahre sind, können Sie den Test nach einem Jahr wiederholen. Falls Sie älter als 55 sind, haben Sie Anspruch auf eine Große Darmspiegelung oder können den Stuhltest alle zwei Jahre durchführen.

Der Stuhltest kann neben dem Nutzen auch Nachteile bringen. Daher sollten Sie den möglichen Nutzen und die möglichen Nachteile gegeneinander abwägen.

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Zusammenfassung

  • Blut im Stuhl kann ein Anzeichen für Darmkrebs sein. Häufig ist dieses nicht mit dem Auge erkennbar, aber es kann mit einem Test auf ver­bor­genes Blut nachgewiesen werden
  • Sie führen den Test zu Hause durch und senden die Proben an Ihre Ärztin/Ihren Arzt
  • Wenn der Test Blut im Stuhl anzeigt, wird zur Abklärung eine große Darm­spiegelung durchgeführt


Große Darmspiegelung (Koloskopie)

Ziel

Bei der Darmspiegelung wird die Oberfläche der Darmschleimhaut nach Darmkrebs und dessen Vorstufen (Polypen/Adenome) abgesucht. Diese Vorstufen werden während der Untersuchung entfernt und später auf das Vorhandensein von Krebszellen getestet.

Ablauf

Vor der Durchführung einer Darmspiegelung wird Ihre Ärztin/Ihr Arzt Sie untersuchen und über den Ablauf der Darmspiegelung aufklären. Dabei sollten Sie bereits vor der Darmspiegelung einige Dinge beachten.

Vorbereitung

Zur Vorbereitung der Darmspiegelung wird Ihnen Blut abgenommen und eine Medikamentenanamnese durchgeführt. Außerdem müssen Sie einen Aufklärungsbogen unterschreiben.

Bei der Darmspiegelung schaut sich die Ärztin/der Arzt die Innenwand des Darms genau an. Damit eine gute Sicht auf die Darmwand während der Untersuchung garantiert werden kann, müssen Sie ihren Darm vor einer Darmspiegelung vollständig entleeren. Dafür sollten Sie ab 3 Tagen vor der Untersuchung kernhaltige Nahrung vermeiden. Um den Darm dann vollständig zu entleeren, müssen Sie ein Abführmittel trinken.

Sie bekommen häufig ein mit Vitamin C versetztes Abführmittel (PEG- Lösung). Wenn Sie dieses Abführmittel erhalten, können Sie die letzte feste Mahlzeit am Mittag des Vortags der Untersuchung zu sich nehmen. Abends müssen Sie dann einen Liter des Abführmittels trinken und am Morgen des Untersuchungstages noch einmal einen Liter.

Sie können vor der Darmspiegelung eine Beruhigungsspritze (Kurzanästhesie) erhalten. Sie sind dann allerdings für 12 bis 24 Stunden nicht verkehrstüchtig und es ist ratsam eine Begleitperson mitzunehmen.

 

Durchführung

Das Bild zeigt den Ablauf einer Koloskopie. Die Ärztin/der Arzt untersucht den Dickdarm (in braun) mit Hilfe eines Koloskops (schwarzer Schlauch). An der Spitze des Koloskops befindet sich eine Kamera. Die Bilder dieser Kamera verfolgt die Ärztin/der Arzt live am Bildschirm und kann so Krebs und dessen Vorstufen direkt erkennen.Eine Darmspiegelung dauert etwa 15-45 Minuten. Die Dauer hängt dabei vor allem von der Zugänglichkeit des Darminneren und der Erfahrung des Arztes/der Ärztin ab. Die Untersuchung erfolgt mit Hilfe eines sogenannten Koloskops. Das Koloskop besteht aus einem flexiblen Schlauch, an dessen vorderen Ende eine Kamera befestigt ist.

Im Bild sehen Sie die Abtragung eines Darmpolypen (Polypektomie).Zu Beginn der Darmspiegelung wird das Koloskop vorsichtig in den After eingeführt und danach etwa 1,5 Meter bis zum Übergang zwischen Dickdarm und Dünndarm vorgeschoben. Dann wird das Koloskop zurückgezogen und die Ärztin/der Arzt untersucht die Darmwand auf Krebsvorstufen wie Polypen und Adenome, sowie auf Darmkrebs. Falls Krebsvorstufen entdeckt werden, können diese in der Regel direkt entfernt werden (Polypektomie). Die entnommenen Gewebeproben werden dann später im Labor auf das Vorhandensein von Krebszellen untersucht (Biopsie). Während der gesamten Untersuchung wird Luft in den Darm eingeblasen. Dadurch verbessert sich die Sicht auf die Darmwand.

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Ergebnisse

Die Darmspiegelung zählt als die zuverlässigste Methode um Vorstufen von Darm­krebs zu erkennen und damit Darmkrebs vorzubeugen. Dabei hängt die Genauig­keit mit der diese Krebsvorstufen erkannt werden, allerdings von der Erfah­rung der Ärztin/des Arztes ab.

Eine Studie mit etwa 427.000 Teilnehmern untersuchte, bei wie vielen Personen, die an einer Großen Darmspiegelung zur Früherkennung von Darmkrebs teil­nah­men, Darmkrebs oder dessen Vorstufen gefunden wurden. Etwas weniger als die Hälfte der teilnehmenden Männer wiesen einen normalen Darm auf. Bei ihnen wurden weder Darmkrebs, Krebsvorstufen noch andere Darmerkrankungen festgestellt.
Die Anteile der während der Studie entdeckten Befunde finden Sie in der nachfolgenden Tabelle aufgeschlüsselt. Zum besseren Verständnis beziehen sich die Ergebnisse auf 1.000 Männer.

Von 1.000 Männern Befund der
Darmspiegelung
443 Normaler Befund (weder Krebsvorstufen noch Krebs)
117 Polypen
228 Adenome (ohne fortgeschrittene Adenome)
84 Fortgeschrittene Adenome
11 Darmkrebs
117 Sonstige Befunde (z.B. Entzündungen des Darms)

Quelle: 12. Jahresbericht des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung

 

Weiteres Vorgehen nach einer Darmspiegelung

Weiteres Vorgehen nach einem positiven Testergebnis

Frühzeitig gefundener Darmkrebs kann oft durch eine operative Entfernung geheilt werden. Die bei der Darmspiegelung gefundenen Krebsvorstufen werden direkt während der Untersuchung entfernt (Polypektomie). Durch die Entfernung dieser Krebsvorstufen kann das Risiko an Darmkrebs zu erkranken, gesenkt werden. Alle während der Darmspiegelung entfernten Krebsvorstufen werden im Labor darauf getestet, ob sie Krebszellen enthalten. Dies kann einige Tage dauern.

Werden Krebsvorstufen bei der Darmspiegelung entdeckt, sollte die Darm­spiegelung wiederholt werden. Die Wiederholung der Darmspiegelung sollte je nach Größe und Anzahl der gefundenen Krebsvorstufen nach 3, 5 bzw. 10 Jahren erfolgen.

 

Weiteres Vorgehen nach einem negativen Testergebnis

Wenn weder Darmkrebs noch dessen Krebsvorstufen entdeckt werden (normaler Befund), können Sie die Früherkennungsdarmspiegelung nach frühestens 10 Jahren wiederholen.
Falls Sie Beschwerden haben, wird eine Darmspiegelung jederzeit von ihrer gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.

Die Große Darmspiegelung kann neben dem Nutzen auch Nachteile bringen. Daher sollten Sie den möglichen Nutzen und die möglichen Nachteile gegeneinander abwägen. weniger

Zusammenfassung

  • Die große Darmspiegelung wird auch Koloskopie genannt. Sie ist die zuverlässigste Art, Vorstufen von Darmkrebs zu erkennen
  • Vor einer Untersuchung muss der Darm mit einem Abführmittel ent­leert werden
  • Bei der Darmspiegelung untersucht der Arzt/die Ärztin den Darm mit einer kleinen Kamera an einem langen Schlauch und kann gleich­zeitig Vorstufen von Darmkrebs entfernen
  • Sie können für die Untersuchung eine Beruhigungsspritze erhalten. Dann sind Sie bis zu 24 Stunden nicht verkehrstüchtig und sollten sich daher zur Untersuchung von einer Person begleiten lassen
  • Bei rund 400 von 1.000 Männern werden Vorstufen gefunden und bei 11 Männern wird Darmkrebs entdeckt    


Weitere Methoden zur Früherkennung von Darmkrebs

Von der gesetzlichen Krankenversicherung werden der Test auf ver­bor­genes Blut im Stuhl und die Große Darmspiegelung zur Früh­erken­nung von Darmkrebs empfohlen.

Es gibt noch weitere Methoden zum Erkennen von Dickdarmkrebs. Diese werden allerdings nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung über­nommen und müssen daher selbst bezahlt werden. Es handelt sich dabei um sogenannte Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL).

Zu diesen IGeL zählt auch die Kleine Darmspiegelung (Sigmoidos­kopie). Sie könnte eine gute Alternative für Personen sein, die eine Große Darmspiegelung ablehnen.

Es gibt noch weitere Methoden zum Erkennen von Darmkrebs. Diese Methoden finden allerdings kaum Anwendung zur Früherkennung von Darmkrebs und sind meist nur für bestimmte Personengruppen sinnvoll.

Zu diesen Methoden zählen:

Zusammenfassung

  • Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) übernimmt die Kosten für den Test auf Blut im Stuhl und die große Darmspiegelung
  • Es gibt noch andere Untersuchungen. Diese Methoden sind individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) und müssen selbst gezahlt werden
  • Zu den IGeL zählt auch die kleine Darmspiegelung
  • Sonstige andere Methoden sind meist nur für bestimmte Personen sinnvoll und werden daher kaum angewendet

 

Letzte Aktualisierung: Januar 2018

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Auf einen Blick: Darmkrebs - Früherkennung und Vorsorge

Ab 50 haben gesetzlich Kranken­versicherte Anspruch auf Früh­er­kennungsuntersuchungen von Darmkrebs. Ob Sie daran teil­neh­men und welche Unter­suchung Sie wählen, ist Ihre persönliche Entscheidung. Diese Informationen sollen Sie über die Vor- und Nachteile verschiedener Untersuchungs­verfahren infor­mieren und Sie bei Ihrer Ent­schei­dung unter­stützen...

Darmkrebs: Methoden zur Früherkennung

Logo Gesundheitsinformation.de

In Deutschland übernehmen die Krankenkassen die Kosten für zwei Methoden: für einen Test auf verborgenes Blut im Stuhl (Stuhltest) und die sogenannte große Darmspiegelung (Koloskopie).

Darmkrebs: Früherkennung mit Stuhltest und Koloskopie

Logo Deutsches Krebsforschungszentrum

Informationen des Krebs­informations­dienstes des Deutschen Krebs­forschungs­zentrums

Krebsfrüherkennung: Wissens­wertes zu An­ge­boten, Nutzen und Nachteilen

Was ist "Krebsfrüherkennung" eigentlich? Was kann sie leisten, was nicht? Muss man an den angebotenen Untersuchungen teilnehmen? Antworten auf wichtige Fragen zur gesetzlichen Krebsfrüherkennung und zu häufigen Missverständnissen bietet ein Informationsblatt des Krebsinformationsdienstes.

Tests auf okkultes Blut im Stuhl

Logo Gesundheitsinformation.de

Ein Stuhltest kann Blutspuren nachweisen, die von Tumoren oder Polypen im Darm stammen. Auf einen positiven Test sollte eine Darmspiegelung folgen, um genauer abzuklären, ob wirklich ein Tumor oder eine Vorstufe die Ursache dafür ist. Dann kann der Stuhltest nachweislich das Risiko verringern, an Darmkrebs zu sterben.

Befunde ver­stehen: Begriffe und Ab­kürzungen

Was verbirgt sich hinter der Abkürzung "TNM"? Welche Bedeutung hat der Begriff "Grading"? Das Informationsblatt erläutert wichtige Begriffe und Abkürzungen, die Krebspatienten in Arztbriefen oder Entlassungs­berichten finden. So können sich Betroffene leichter auf das Gespräch mit den behandelnden Ärzten über die Bedeutung von Befunden vorbereiten.

Die große Darmspiegelung

Logo Gesundheitsinformation.de

Bei einer großen Darm­spiegelung (Koloskopie) wird der gesamte Dickdarm mit einem speziellen Endoskop nach Polypen und verdächtigen Veränderungen unter­sucht. Sie können dabei direkt entfernt werden.

Krebs­ver­dacht - wie geht es weiter?

Ein Krebsverdacht kann Betroffene und Angehörige stark verunsichern und belasten. An wen kann man sich, wenden? Welche Untersuchungen können auf einen zukommen? Wie lange kann es dauern, bis man eine sichere Diagnose erhält? Das Informationsblatt gibt Antworten auf diese Fragen.