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Aktuelle Meldungen

Im „falschen Körper“ gefangen?

Geschlechtsdysphorie und Essstörungen

Wer mit seinem eigenen Körper unzufrieden ist, hat ein erhöhtes Risiko, eine Ess­störung zu entwickeln oder zu behalten. Darauf weisen verschiedene Untersuchungen hin. Betroffene, die sich mit dem ihnen zuge­wie­senen Geschlecht nicht identifizieren können, leiden oft erheblich darunter und sind beson­ders gefährdet. Menschen, die eine solche Ungleichheit zwischen ihrem zugewiesenen Geschlecht und der von ihnen erfah­renen geschlecht­lichen Identität (Geschlechtsdysphorie) erleben, nennt man transident oder transgender. Aktuelle Studien weisen darauf hin, dass sie signifikant häufiger von Essstörungen wie Anorexia nervosa (Magersucht) und Bulimia ner­vosa (Ess-Brech-Sucht) betroffen sind als Menschen, die das ihnen zugewie­sene Geschlecht als stimmig wahr­nehmen (cisident oder cisgender). Transidente Männer berichten zum Beispiel, dass ihr essgestörtes Verhalten und ihre Versuche, Gewicht zu verlieren vor allem das Ziel gehabt hätten, ein feminines Äußeres zu vermeiden oder als männlich wahrge­nom­mene Körpermerkmale zu beto­nen. Transidente Frauen geben an, dass sie abge­nommen hätten, um zierlicher und femininer zu wirken und dem klassisch weiblichen Schönheitsideal zu ent­sprechen.

Fachkräfte, die essgestörte Menschen beraten, sollten immer auch eine Geschlechts­inkongruenz in Erwä­gung ziehen und die geschlechtliche Identität des Klienten in der Therapie ansprechen. Der unvorein­ge­nom­mene und wertschätzende Umgang mit den Betroffenen muss dabei oberste Priorität haben. Darüber hinaus empfiehlt sich ein regelmäßiger Austausch zwischen verschiedenen Berufsgruppen, die mit essge­störten und transidenten Ratsuchenden arbeiten.

Weitere Informationen:
Das Thema Essstörungen und Geschlechtsdysphorie behandelt der gleichnamige Artikel in der Ausgabe 3-2019 von „Ernährung im Fokus“ ausführlich.

Zitiert nach einer Meldung des Bundeszentrums für Ernährung vom 09.10.2019