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Nutzen und Risiken der Früherkennungs­untersuchungen von Darmkrebs

Nutzen und Risiken der Darmkrebsfrüherkennung
Das Ziel der Krebs­früh­erkennungs­untersuchungen ist es, Darm­krebs früh zu entdecken und damit die Heilungs­chancen zu erhöhen. Außerdem können bei einer Darm­spiegelung Krebs­vorstufen wie Polypen und Adenome entfernt werden und dadurch möglicher­weise die Ent­stehung von Darm­krebs verhindert werden.

Früherkennungsuntersuchungen sind freiwillig und können neben dem Nutzen auch Nachteile bringen. Daher sollten Sie den mög­lichen Nutzen und die möglichen Nachteile gegen­einander abwägen. Um Ihnen diese Ent­scheidung zu erleichtern, finden Sie nachfolgend Infor­mationen zum Nutzen und zu Risiken von Unter­suchungen zur Früherkennung von Darm­krebs.

 

Zusammenfassung

  • Untersuchungen zur Früherkennung können Darmkrebs früh ent­decken. Eine frühe Entdeckung kann die Heilungschancen er­höh­en
  • Bei der Darmspiegelung können Vorstufen entfernt werden
  • Früherkennungsuntersuchungen sind freiwillig
  • Die Untersuchungen können auch Nachteile haben


Nutzen des Tests auf verborgenes Blut im Stuhl

Das Bild zeigt einen Testbrief mit zwei Testfeldern. Auf diese Testfelder werden die Stuhlproben mit Hilfe der mitgelieferten Spatel aufgetragen.Um den Nutzen des Tests auf verborgenes Blut im Stuhl zu überprüfen, wurden Personen im Alter von 45-80 Jahren über einen Zeitraum von 10 Jahren untersucht. Innerhalb von 10 Jahren starben 7 von 1.000 Personen an Darmkrebs, wenn sie keinen Tests auf verborgenes Blut im Stuhl durchgeführt haben. Diese Zahl verringerte sich auf 4 von 1.000 Personen, wenn der Stuhltest jährlich durchgeführt wurde. Somit haben 3 von 1.000 Personen einen Nutzen durch die jährliche Teilnahme am Test auf verborgenes Blut im Stuhl.

Durch die jährliche Teilnahme am Test auf verborgenes Blut im Stuhl, starben 3 von 1.000 Personen weniger an Darmkrebs und haben damit einen Nutzen von der Früh­erkennungs­untersuchung.

 

Risiken und Nebenwirkungen des Tests auf verborgenes Blut im Stuhl

Für den Test auf verborgenes Blut sind keine direkten Neben­wir­kungen bekannt. Allerdings ist es einigen Menschen unangenehm den Stuhltest selbst durchzuführen. Zur Abklärung eines positiven Stuhltests wird eine Darmspiegelung durchgeführt. Bei der Darm­spiegelung sind Sie zusätzlichen Risiken ausgesetzt.

Durch die Ungenauigkeit des Stuhltests treten falsch-positive und falsch-negative Ergebnisse auf. Falsch-positive Test­ergeb­nisse können zu unnötigen Unter­suchungen führen. Dies bedeutet, dass bei einem falsch-positiven Stuhltest eine Darm­spiegelung durchgeführt wird, obwohl keine Darm­krebs­erkrankung vorliegt. Allerdings werden während der Darm­spiegelung auch eventuell bestehende Vor­stufen von Darmkrebs entfernt. Dies verhindert möglicher­weise die Entstehung von Darm­krebs. Ein falsch-negatives Ergebnis kann dazu führen, dass Sie sich in falscher Sicherheit wiegen und somit vielleicht Anzeichen von Darmkrebs ignorieren.

Zusätzlich ist der Stuhltest mit allgemeinen Nachteilen von Früher­kennungs­untersuchungen verbunden. Zu diesen allgemeinen Nachteilen zählt, dass die Teilnahme am Stuhltest eine Darm­krebs­erkrankung nicht verhindern kann. Zudem kann die Teilnahme am Stuhltest die Lebens­qualität beeinträchtigen. Beispiels­weise wird die Wartezeit auf das Test­ergebnis von vielen Menschen als belastend empfunden. Außerdem kann die Behand­lung von Darmkrebs die Lebens­qualität stark beeinträchtigen.

Zu den allgemeinen Nachteilen von Früherkennungsuntersuchungen zählt auch, dass trotz regel­mäßiger Teil­nahme am Stuhltest Darm­krebs zu spät erkannt werden kann. Dies ist bei so­ge­nannten Intervallkarzinomen der Fall. Es handelt sich dabei meist um schnell wachsende Tumore. weniger

Zusammenfassung

  • Durch eine jährliche Teilnahme am Test auf verborgenes Blut im Stuhl werden etwa 3 von 1000 Personen davor bewahrt an Darmkrebs zu sterben.
  • Direkte Nebenwirkungen und Risiken des Stuhltests sind nicht bekannt. Allerdings kann die Wartezeit auf das Testergebnis belasten
  • Das Testergebnis ist nicht immer eindeutig
  • Bei einem positiven Testergebnis wird eine Darmspiegelung durch­ge­führt. Bei der Darmspiegelung  können Vorstufen entfernt werden. Die Darmspiegelung ist mit zusätzlichen Risiken verbunden


Nutzen der Großen Darmspiegelung

Eine Studie mit knapp 400.000 Teilnehmern untersuchte, bei wie vielen Personen, die an einer Großen Darmspiegelung zur Früherkennung von Darm­krebs teil­nahmen, Darmkrebs oder des­sen Vor­stufen gefunden wurden. Etwas weniger als die Hälfte der teilnehmenden Männer wiesen einen normalen Darm auf. Bei ihnen wurden weder Darmkrebs, Krebsvorstufen noch andere Darmerkrankungen festgestellt.
Die Anteile der während der Studie entdeckten Befunde finden Sie in der nachfolgenden Tabelle aufgeschlüsselt. Zum besseren Verständnis beziehen sich die Ergebnisse auf 1.000 Männer.

Von 1.000 Männern Befund der
Darmspiegelung
433 Normaler Befund (weder Krebsvorstufen noch Krebs)
116 Polypen
213 Adenome (ohne fortgeschrittene Adenome)
90 Fortgeschrittene Adenome
14 Darmkrebs
134 Sonstige Befunde (z.B. Entzündungen des Darms)

Quelle: 8. Jahresbericht des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung

Bei 433 der 1.000 Männer wurden weder Darmkrebs noch seine Vorstufen, sowie andere Erkrankungen des Darms bei der Früh­erkennungs­darm­spiegelung festgestellt.

Bei 116 von 1.000 Männern wurden Polypen und bei 212 von 1.000 Männern Adenome entdeckt. Zusammengefasst wurden also bei 328 von 1.000 Männern Krebsvorstufen wie Polypen und Adenome gefunden. Durch die Entfernung dieser Krebsvorstufen während der Darmspiegelung (Poly­pektomie) konnte eventuell der Entstehung von Darmkrebs bei diesen Männern vorgebeugt werden. Allerdings hätten sich diese Krebsvorstufen vielleicht nie zu Darmkrebs weiterentwickelt bzw. aufgrund der langen Entwicklungsdauer von Darmkrebs zu Lebzeiten vielleicht nie Beschwerden verursacht.

Bei 90 von 1.000 Männern wurden fortgeschrittene Adenome entdeckt. Je größer diese Adenome sind, umso wahrscheinlicher entwickeln sie sich weiter zu Darmkrebs. Durch die Entfernung der Adenome, kann mög­licher­weise der Entstehung von Darmkrebs vorgebeugt werden.

14 von 1.000 Männern hatten Darmkrebs. Bei 9 dieser 14 Männer befand sich der Darmkrebs in einem gut behandelbaren Frühstadium (UICC- Stadium I und II). Dadurch steigen die Heilungschancen. 5 der 14 Männer hatten Darmkrebs in einem fortgeschrittenen und somit schwerer behandelbarem Stadium (UICC- Stadium III und IV).
Allerdings wurde bei diesen Männern der Darmkrebs entdeckt, bevor er Beschwerden verursachte. Somit wurde der Zeitpunkt der Behandlung des Darmkrebs durch die Früherkennungsdarmspiegelung nach vorn gezogen.

 

Bei 9 von 1.000 Männern wurde durch die Früh­erkennungs­darm­spiegelung Darm­krebs in einem gut behandel­baren Frü­hstadium entdeckt und dadurch die Heilungs­chancen erhöht.
Bei 418 von 1.000 Männern wurden bei der Früh­erkennungs­darm­spiegelung Krebs­vorstufen (Polypen/ Adenome) festgestellt. Möglicherweise konnte bei einigen dieser Männer durch das Entfernen der Krebsvorstufen, die Entstehung von Darmkrebs verhindert werden.
weniger

 

Risiken und Nebenwirkungen der Großen Darmspiegelung

Vor, während und nach der Darm­spiegelung können Schmerzen, Krämpfe und Übel­keit auftreten. Bei 1-2 von 1.000 Personen, die eine Darm­spiegelung durch­führen lassen, treten ernste Komplikationen auf, die im Kranken­haus behandelt werden müssen.

Während der Vorbereitung der Darmspiegelung und der Darmspiegelung selbst können Blähungen, krampfartige Bauchschmerzen, Übelkeit bis hin zum Erbrechen sowie Kreislaufstörungen auftreten.

Während der Darmspiegelung können sie eine Beruhigungsspritze erhalten (Sedierung). Allerdings kann das Beruhigungsmittel besonders bei älteren Menschen zu Störungen der Atmung und des Herz-Kreislauf-Systems führen. In der Aufwachphase kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen.

Bei 1-2 von 1.000 Personen treten während der Darmspiegelung ernste Komplikationen wie Blutungen und Perforationen auf, die im Kranken­haus behandelt werden müssen. Bei einer Per­foration entsteht während der Darm­spiegelung ein Loch in der Darmwand. Meist entstehen diese Perforationen sowie die Blutungen durch das Entfernen von Krebs­vorstufen. Das Risiko, dass während der Darm­spiegelung ernste Kompli­kationen auftreten, nimmt mit dem steigenden Lebens­alter zu.

Es können auch bis zu vier Wochen nach der Darmspiegelung Neben­wirkungen wie Bauch­schmerzen, Durchfall, Blutungen und Völlegefühl auftreten.

Zusätzlich ist die Koloskopie mit allgemeinen Nachteilen von Früh­erken­nungs­unter­suchungen verbunden. Zu diesen allgemeinen Nachteilen zählt, dass die Durch­führung einer Kolos­kopie die Lebens­qualität beeinträchtigen kann. Beispielsweise wird die Warte­zeit auf das Test­ergebnis von vielen Menschen als belastend empfunden. Außerdem kann die Behand­lung von Darm­krebs die Lebens­qualität stark beeinträchtigen. Zu den allgemeinen Nach­teilen von Früherkennungs­untersuchungen zählt auch, dass trotz der Durchführung einer Koloskopie Darmkrebs zu spät erkannt werden kann. Dies ist bei sogenannten Intervall­karzi­nomen der Fall. Es handelt sich dabei meist um schnell wachsende Tumore.weniger

Zusammenfassung

  • In einer Studie konnte bei etwa 14 von 1000 Männern Darmkrebs in einem frühen Stadium entdeckt werden. Bei 400 dieser 1000 Män­ner wurden Vorstufen gefunden und entfernt
  • Vor, während und nach der Darmspiegelung können Schmerzen, Krämpfe und Übelkeit auftreten. Bei 1-2 von 1000 Personen kommt es zu ernsten Kompli­kationen, die im Krankenhaus behandelt werden müssen
  • Es gibt allgemeine Nachteile bei allen Früh­er­ken­nungs­un­ter­such­ungen. Dies sind beispielsweise psychische Belas­tungen während der Warte­zeit auf die Test­ergeb­nisse oder auch nicht eindeutige Test­er­geb­nis­se

 

Letzte Aktualisierung: Juli 2016

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Erkrankungsrisiko

Jährlich erkranken in Deutsch­land etwa 33.700 Männer an Darmkrebs. Damit ist Darmkrebs bei Männern die dritthäufigste Krebserkrankung. Das Erkran­kungs­risiko nimmt mit höherem Lebensalter zu. Männer erkranken dabei im Mittel im Alter von 72 Jahren.

Darmkrebs: Stuhltest und Darmspiegelung beugen vor

Logo Stiftung Warentest

Darmkrebs ist die zweithäufigste Tumorerkrankung in Deutsch­land. Niemand lässt sich gerne den Darm spiegeln oder den Stuhl untersuchen, aber eine rechtzeitige Früh­erkennung kann vor Krebs schützen.

Nutzen der großen Darmspiegelung bei Frauen

Bei wie vielen Frauen, die an einer Großen Darmspiegelung zur Früherkennung teilnahmen, wurden Darmkrebs oder dessen Vorstufen erkannt?

Darmkrebs: Früherkennung mit Stuhltest und Koloskopie

Logo Deutsches Krebsforschungszentrum

Informationen des Krebs­informations­dienstes des Deutschen Krebs­forschungs­zentrums

Darmkrebs: Methoden zur Früherkennung

Logo Gesundheitsinformation.de

In Deutschland übernehmen die Krankenkassen die Kosten für zwei Methoden: für einen Test auf verborgenes Blut im Stuhl (Stuhltest) und die sogenannte große Darmspiegelung (Koloskopie).

Krebsfrüherkennung: Wissens­wertes zu An­ge­boten, Nutzen und Nachteilen

Was ist "Krebsfrüherkennung" eigentlich? Was kann sie leisten, was nicht? Muss man an den angebotenen Untersuchungen teilnehmen? Antworten auf wichtige Fragen zur gesetzlichen Krebsfrüherkennung und zu häufigen Missverständnissen bietet ein Informationsblatt des Krebsinformationsdienstes.

Tests auf okkultes Blut im Stuhl

Logo Gesundheitsinformation.de

Ein Stuhltest kann Blutspuren nachweisen, die von Tumoren oder Polypen im Darm stammen. Auf einen positiven Test sollte eine Darmspiegelung folgen, um genauer abzuklären, ob wirklich ein Tumor oder eine Vorstufe die Ursache dafür ist. Dann kann der Stuhltest nachweislich das Risiko verringern, an Darmkrebs zu sterben.

Krebs­ver­dacht - wie geht es weiter?

Ein Krebsverdacht kann Betroffene und Angehörige stark verunsichern und belasten. An wen kann man sich, wenden? Welche Untersuchungen können auf einen zukommen? Wie lange kann es dauern, bis man eine sichere Diagnose erhält? Das Informationsblatt gibt Antworten auf diese Fragen.

Die große Darmspiegelung

Logo Gesundheitsinformation.de

Bei einer großen Darm­spiegelung (Koloskopie) wird der gesamte Dickdarm mit einem speziellen Endoskop nach Polypen und verdächtigen Veränderungen unter­sucht. Sie können dabei direkt entfernt werden.

Befunde ver­stehen: Begriffe und Ab­kürzungen

Was verbirgt sich hinter der Abkürzung "TNM"? Welche Bedeutung hat der Begriff "Grading"? Das Informationsblatt erläutert wichtige Begriffe und Abkürzungen, die Krebspatienten in Arztbriefen oder Entlassungs­berichten finden. So können sich Betroffene leichter auf das Gespräch mit den behandelnden Ärzten über die Bedeutung von Befunden vorbereiten.